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2024-05-28 12:44:28
Nach dem verheerenden Erdrutsch in Papua-Neuguinea müssen wegen der Gefahr weiterer Katastrophen Tausende Personen in Sicherheit gebracht werden. Geschätzt 7849 Personen seien in dem Gebiet betroffen und müssten möglicherweise an andere Orte gebracht werden, wie die Vereinten Nationen in dem südpazifischen Inselstaat am Dienstag in einer Mitteilung berichteten.
Die Bedingungen an Ort und Stelle seien sehr volatil, sagte Serhan Aktoprak, der Chef der Internationalen Organisation für Migration (IOM) in Papua-Neuguinea, dem Sender Channel News Asia. Die Trümmer seien in Bewegung und stellten eine zunehmende Gefahr für die Menschen in der Umgebung und auch für die Rettungskräfte dar. Eine genaue Ursache für das Unglück gibt es bisher nicht. Aber es wird vermutet, dass eine Kombination von starken Regenfällen und kleineren Erdbeben den Erdrutsch ausgelöst hatte.
Ein Problem ergebe sich daraus, dass unter dem Geröll Wasser fließe, so der IOM-Vertreter weiter. „Im Zusammenhang mit möglichem weiteren Regen könnte das zu beispiellosen Katastrophen führen“, sagte Aktoprak. Es gebe eine große Menge Felsen, die auch weiter den Berg hinabstürzten und die Trümmer weiter nach unten drückten. Das führe zu einer extrem gefährlichen Situation für die umliegenden Dörfer. Darüber hinaus gebe es kaum noch Hoffnung, dass noch Überlebende gefunden werden könnten. Die Behörden schätzen, dass mehr als 2000 Personen unter der bis zu acht Meter dicken Erdschicht begraben liegen. Bisher konnten die Menschen erst fünf oder sechs Leichen bergen. Rund 150 Häuser sollen verschüttet worden sein.
18 Familienmitglieder begraben
Einige Anwohner berichteten von großen persönlichen Tragödien. Unter der Erde, auf der sie stehe, lägen 18 Familienmitglieder begraben, sagte die Anwohnerin Evit Kambu der Nachrichtenagentur Reuters. „Aber ich kann die Leichen nicht bergen, also stehe ich hier hilflos.“ Als Zeichen der Trauer trug sie weiße Farbe im Gesicht. Aufnahmen vom Unglücksort zeigen Anwohner, die mit Schaufeln, Stöcken und bloßen Händen nach Toten suchten.
Unter ihren Füßen bewege sich die Erde, berichtete der IOM-Vertreter. Aus kulturellen Gründen erlaubten es die Anwohner nicht, dass mit schwerem Gerät nach den Verschütteten gegraben werde; sie fürchteten um die Unversehrtheit der Leichen. Erschwert werden die Arbeiten durch blockierte Straßen und einen Stammeskonflikt, der in der Provinz Enga tobt.
Laut UN werden dringend Hilfsgüter benötigt, darunter Trinkwasser, Lebensmittel, Kleidung, Hygieneartikel und Arzneimittel. Die Behörden hätten zudem Hilfe angefordert, um sich einen Überblick über die geologischen Gefahren in dem Katastrophengebiet zu verschaffen. Ein australisches Hilfsteam war am Dienstag in Papua-Neuguinea gelandet. Australien hatte angekündigt, umgerechnet etwa 1,5 Millionen Euro an humanitärer Hilfe bereitzustellen, Neuseeland versprach etwa 850.000 Euro, Indien rund 920.000 Euro. „Das heutige Paket wird die dringendsten Bedürfnisse der von diesem verheerenden Erdrutsch Betroffenen decken, und wir sind bereit, weitere Hilfen zu prüfen“, sagte die australische Außenministerin Penny Wong. „Australien steht an der Seite der Menschen in Papua-Neuguinea.“
#パプアニューギニアで地滑り数千人が避難