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なぜ時刻変更後に野生動物の事故のリスクが高まるのか

Herr Kinser, Sie sind Leiter Natur- und Artenschutz bei der Deutschen Wildtier-Stiftung. In der Nacht zum Sonntag ist Zeitumstellung. Welche Auswirkungen hat es auf die Tiere, dass unser Leben plötzlich eine Stunde versetzt stattfindet?Die Zeitumstellung kann Auswirkungen auf…

なぜ時刻変更後に野生動物の事故のリスクが高まるのか

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2024-10-25 19:44:00

Herr Kinser, Sie sind Leiter Natur- und Artenschutz bei der Deutschen Wildtier-Stiftung. In der Nacht zum Sonntag ist Zeitumstellung. Welche Auswirkungen hat es auf die Tiere, dass unser Leben plötzlich eine Stunde versetzt stattfindet?

Die Zeitumstellung kann Auswirkungen auf die Tiere haben, wenn es um den Straßenverkehr geht. Jetzt ist Dienstag, 18 Uhr, ich fahre gerade nach Hause, so wie viele andere auch. Durch die Zeitumstellung dämmert es nächste Woche um diese Zeit bereits stark. Das heißt, plötzlich fällt die Aktivitätsphase größerer Wildtiere in die Hauptverkehrszeit des Tages. Man kann beobachten, dass die Verkehrsunfälle bei beiden Zeitumstellungen für eine Zeit lang zunehmen. Es ist nicht so, dass die Wildunfallzahlen von Sonntag an plötzlich nach oben katapultiert werden. Aber messbar ist der Effekt. Es wird dann aber immer früher dunkel, und irgendwann rücken die beiden Phasen wieder weiter auseinander.

Wie lange dauert die Phase an, in der die Wahrscheinlichkeit für Wildunfälle am Abend nun besonders hoch ist?

Maßgeblich ist das Risiko im Oktober und November erhöht, was damit zu tun hat, dass Wildtiere jetzt noch einmal ihre Energiereserven für den Winter auffüllen und deshalb besonders aktiv sind. Die Aktivität wird in den nächsten Wochen wieder deutlich abnehmen, weil die Wildtiere in eine Art Energiesparmodus für den Winter kommen. Dann bewegen sie sich nur noch wenig, und umso niedriger wird das Risiko eines Wildunfalls. ­Also, um die Frage zu beantworten: Die erhöhte Risikophase beginnt zur Zeit­umstellung und ist Mitte November wieder vorbei.

Über den Sinn der Zeitumstellung wird häufig diskutiert. Würden Sie dafür plädieren, dass wir ohne Zeitumstellung auskommen? Oder würde sich das Pro­blem des erhöhten Unfallrisikos dann einfach nur verschieben?

Am Ende verschiebt sich das Problem nur. Auch wenn man die Uhr nicht umstellt, würde die Dämmerung in zwei, drei Wochen in die Hauptverkehrszeit rutschen, und wir hätten mehr Wild­unfälle. Aus Sicht der Wildtiere haben wir also keine Empfehlung zur Zeitumstellung. Auch die Gewöhnung spielt eine Rolle: Die Tiere merken irgendwann, dass auf der Straße mehr los ist.

Die Zeitumstellung kann Autofahrern also sogar als warnender Hinweis ­dienen, besonders auf Wildwechsel zu achten. Wie erkennen Autofahrer die ­Gefahr von Wildwechsel am zuver­lässigsten?

Allseits bekannt sind ja die gängigen ­Empfehlungen wie: aufmerksam fahren, Schilder beachten, bremsbereit sein. Doch was bedeutet eigentlich brems­bereit? Immer den Fuß auf der Bremse zu haben? In der Regel hat man den rechten Fuß ja auf dem Gaspedal. Viel wichtiger ist aus unserer Sicht, dass man sich klarmacht, was man sieht, bevor ein Wild­unfall passiert. Meistens sind es die reflektierenden Augen der Tiere am Straßenrand. Das Bewusstsein darüber bringt einen eher zu einer rechtzeitigen Bremsung. Wenn man die aufleuchtenden Punkte sieht und sich lange wundert, was das ist, kann es schon zu spät sein. Schilder weisen aber auch darauf hin, dass es an betreffenden Stellen ­häufig zu Wildunfällen kommt. Und mit erhöhter Geschwindigkeit sollte man ­sowieso nicht fahren.

Falls es die Verkehrssituation zulässt, sieht man die reflektierenden Augen mit dem Fernlicht am besten, oder?

Wenn die Straße frei ist und kein Gegenverkehr kommt, ist das definitiv hilfreich. Sieht man dann reflektierende ­Augen, sollte man mit Rücksicht auf rückwärtigen Verkehr bremsen und abblenden. Häufig ist es nämlich so, dass die Tiere stehen bleiben, wenn sie vom Fernlicht erfasst werden.

Gibt es Stellen, an denen Autofahrer ­unabhängig von Warnschildern be­sonders mit Wild rechnen müssen?

Grundsätzlich kann man sagen: Überall dort, wo man durch einen Wald fährt oder auf einer Straßenseite Wald und auf der anderen ein Feld ist, sollte man besonders auf Wildwechsel achten. Neben Schildern können auch blaue Reflektoren an den Leitpfosten ein Hinweis auf die Gefahr von Wildwechsel sein. Diese Reflektoren sollen das Scheinwerferlicht der Autos in den Straßennebenraum streuen und so Wildtiere davon abhalten, über die Straße zu laufen. Es ist aber umstritten, ob das wirklich funktioniert. Dennoch sind blaue Reflektoren für Autofahrer ein guter Hinweis auf die Gefahr von Wildwechsel. In Norddeutschland werden riskante Stellen häufig mit drei aneinandergestellten Stöcken markiert. Das be­deutet: Hier hat in den vergangenen zwölf Monaten ein Wildunfall stattge­funden. An den meisten Autobahnen ­dagegen kann man Entwarnung geben, weil die fast alle wilddicht gezäunt sind.

Wie sollte ein Autofahrer handeln, wenn es zu einem Wildunfall kommt?

Erst einmal bremsen und alle Sicherheitsmaßnahmen ergreifen: Warnblinker setzen, Weste anziehen, Warndreieck aufstellen. Anschließend sollte man nach dem Tier schauen, ob es noch da ist oder nicht. Nach einem Wildunfall sollte der Autofahrer außerdem die Polizei anrufen. Die weiß, wer der Jagdausübungsberechtigte ist, der verletzte Tiere suchen darf oder sich um die getöteten Tiere kümmert. Man darf auch ein totes Tier nicht einfach mitnehmen. Die Polizei stellt zudem die Bescheinigung aus, die man braucht, um den Wildschaden der Ver­sicherung zu melden.

Worauf muss ein Autofahrer im Umgang mit dem angefahrenen Tier achten?

Viele unterschätzen, dass das angefahrene Wild an der Stelle des Anhaltens meistens schon etliche Meter hinter einem liegt – je nachdem, wie schnell man unterwegs war. Wenn das Tier nicht mehr auffindbar ist, sollte trotzdem die Polizei angerufen werden, da es ja dennoch zur Kollision gekommen ist. Es kann weitergelaufen und 30 oder 100 Meter weiter verendet sein oder sich schwer verletzt verstecken. Wenn das Tier noch lebend angetroffen wird, sollte ein Abstand von mindestens 20 Metern zu ihm eingehalten werden, um das Tier nicht zusätzlich der Angst vor seinem ärgsten Feind, dem Menschen, auszusetzen. Der herbeigerufene Jäger wird das Tier dann schnellstmöglich von seinem Leid erlösen.

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執筆者について: nipponese

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