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2024-11-28 17:16:00
Die Fälle in den Berliner Polizeimeldungen aus diesem Sommer klingen nach tödlichen Unfällen. „Frau nach Brand in Wohnung verstorben“, heißt es etwa am 12. Juni, „Tote Frau nach Wohnungsbrand“ am 25. Juli. Schon länger geht die Berliner Staatsanwaltschaft davon aus, dass weder die Brände noch die Todesfälle Folgen von Unfällen waren – sondern Taten eines Palliativmediziners, der für einen Pflegedienst arbeitete und Patienten zu Hause besuchte.
Wie die Berliner Generalstaatsanwaltschaft und die Polizei am Donnerstag mitteilten, soll der Mann nicht nur wie schon bekannt für vier Todesfälle verantwortlich sein, sondern insgesamt acht Patienten in verschiedenen Stadtteilen getötet haben. Gehandelt haben soll er, anders als zunächst angenommen, aus „Mordlust“.
Nach Informationen der F.A.Z. heißt der Beschuldigte Johannes M. Die Generalstaatsanwaltschaft Berlin bestätigte Medienberichte, wonach der Vierzigjährige in Frankfurt geboren wurde und studiert hat.
Er wurde promoviert zu Tötungsdelikten, die denen ähneln, die er nun begangen haben soll. Die Deutsche Nationalbibliothek listet unter seinem Namen eine im Jahr 2012 erschienene Dissertation mit dem Titel „Tötungsdelikte in Frankfurt am Main – ein Überblick von 1945 bis 2008“ auf. Ein Unterkapitel hat den Titel „Tötungsdelikte an alten Menschen“.
In der Radioonkologie gearbeitet
Die Generalstaatsanwaltschaft bestätigte, dass es sich um eine Publikation des Beschuldigten handelt. Onlinebewertungen von Patienten weisen darauf hin, dass er im Jahr 2013 als Arzt in der Radioonkologie des Frankfurter Krankenhauses Nordwest tätig war. Zuerst hatte der Hessische Rundfunk berichtet.
Hinweise des Pflegedienstes sollen die Berliner Ermittler zu dem Mann geführt haben. Der Mediziner befindet sich seit Anfang August in Untersuchungshaft, zunächst wurde gegen ihn wegen Verdachts des Totschlags und der Brandstiftung ermittelt. Nach Angaben der Berliner Staatsanwaltschaft soll er die Brände gelegt haben, um die Tötungen zu verdecken.
Inzwischen wertet die Strafverfolgungsbehörde die mutmaßlichen Taten „nicht mehr als Totschlag, sondern als Mord“. Demnach soll der Mediziner „kein über die Tötung der Personen hinausgehendes Motiv gehabt haben“. Fehlten ein Tatanlass und ein „über das Interesse am Tötungsakt“ hinausgehender Tatzweck, sei das Mordmerkmal „Mordlust“ erfüllt.
Zwei Leichen exhumiert
Ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft bestätigte, der Mediziner habe sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert. Mit welchen konkreten Erkenntnissen die Ermittler das Motiv begründen, dazu will sich der Sprecher nicht äußern. Grundsätzlich müssten für eine solche Einschätzung „objektive Umstände“ vorliegen.
Zunächst waren die Ermittler von vier Todesfällen zwischen 11. Juni und 24. Juli ausgegangen. Die vier weiteren Verdachtsfälle ergaben sich laut Generalstaatsanwaltschaft durch die Auswertungen von Patientenunterlagen und gerichtsmedizinische Untersuchungen von Leichen, zwei wurden für die Ermittlungen exhumiert.
Demnach soll der Arzt schon im Juni 2022 einer 70 Jahre alten Frau „ein Gemisch verschiedener Medikamente“ verabreicht und sie getötet haben, anschließend soll er die Wohnung in Brand gesetzt haben. Im Januar dieses Jahres soll er auch einen 70 Jahre alten Mann in seiner Wohnung mit einem Gemisch getötet haben, ebenso wie im April eine 61 Jahre alte Frau in ihrer Wohnung. In beiden Fällen wurden die Medikamente „ohne medizinische Indikation verabreicht“. Auch soll der Arzt für den Tod eines Dreiundachtzigjährigen im April in einer Berliner Klinik verantwortlich sein. Die Ermittlungen dauern an.
#ベルリンの緩和ケア医が8人を殺害したとされる