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フランスは再び自分自身を信じる

Frankreich ist immer für Überraschungen gut. Die Olympischen Spiele in Paris haben sich zu einem Sommermärchen entwickelt, dessen einigende Kraft das ganze Land erfasst. Die chronischen Selbstzweifel sind seit Ende Juli einer ausgelassenen Stimmung gewichen. In der Rolle…

フランスは再び自分自身を信じる

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2024-08-11 07:12:03

Frankreich ist immer für Überraschungen gut. Die Olympischen Spiele in Paris haben sich zu einem Sommermärchen entwickelt, dessen einigende Kraft das ganze Land erfasst. Die chronischen Selbstzweifel sind seit Ende Juli einer ausgelassenen Stimmung gewichen. In der Rolle des fröhlichen Gastgebers streift Frankreich seine Niedergangsphantasien ab. Durch die begeisterten Blicke der auswärtigen Olympia-Besucher entdeckt das Land nicht nur die architektonischen Schmuckstücke seiner Hauptstadt und die Schönheiten von Versailles, Tahiti oder der Marina von Marseille neu.

Das tadellose Zusammenspiel von Sicherheitskräften, Armee und freiwilligen Helfern straft die düsteren Prophezeiungen der Rechtspopulisten Lügen, dass Frankreich die große Sicherheitsblamage drohe. Der öffentliche Nahverkehr funktioniert reibungslos. Die Staatsbahn hat nach den bislang nicht aufgeklärten Sabotageanschlägen auf ihr Schienennetz innerhalb eines Wochenendes 1000 Mitarbeiter mobilisiert und die Schäden in Rekordzeit behoben.

Hinter dem Jubel über jeden Medaillengewinn steckt weniger ein erstarkter Nationalchauvinismus denn ein Erleichterungsschrei. Nur wer ermessen hat, wie angekratzt das französische Selbstbewusstsein nach den Tiefpunkten des vergangenen Jahrzehnts war, versteht die Inbrunst der Marseillaise-Gesänge. Die Spiele erscheinen wie das gemeinsame Projekt, das der französischen Gesellschaft fehlte, um zusammenzufinden.

Gewagte Wette

Das Trauma der islamistischen Terroranschläge in Paris hat eine entscheidende Rolle für die Olympia-Bewerbung gespielt. Die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo gab ihren anfänglichen Widerstand gegen einen weiteren Bewerbungsversuch auf. Sie spekulierte schon damals auf eine heilende, den Zusammenhalt stärkende Wirkung des sportlichen Großereignisses. Deshalb kamen schließlich 80 Prozent der Olympia-Investitionen dem sozialen Brennpunkt-Departement Seine-Saint-Denis im Norden der Hauptstadt zugute. Die Wette war dennoch gewagt.

Das Gift des islamistischen Terrors hat eines der höchsten Güter der freiheitlichen, demokratischen Grundordnung zersetzt: das Vertrauen der Bürger in die Schutzfunktion des Staates. Die politische Krise Frankreichs war und bleibt eine Vertrauenskrise. Noch unter dem Eindruck der Anschläge in Paris und Nizza verjagten die Wähler 2017 die beiden Regierungsparteien, die ähnlich wie CDU und SPD seit Kriegsende die Geschicke des Landes bestimmt hatten. Ein gutes Jahr später entzogen sie dem neuen Hoffnungsträger Emmanuel Macron bereits das Vertrauen. Wütende Männer und Frauen in gelben Westen versuchten wochenlang, die Hauptstadt kurz und klein zu schlagen. Überall im Land verliehen die Leute während der großen Bürgerdebatten ihrem Frust Ausdruck. In regelmäßigen Abständen macht Frankreich seither durch Gewalteruptionen auf sich aufmerksam. Mal sind es Proteste gegen die Rentenreform, die in Gewalt ausarten, dann wieder brennt die Banlieue.

Die Thesen der Niedergangspropheten

Der islamistische Terror meldete sich mit der Ermordung der Lehrer Samuel Paty (2020) und Dominique Bernard (2023) zurück. Ereignisse wie diese nähren die Thesen der Niedergangspropheten, die insbesondere auf TV-Sendern des weit rechten Pressezaren Vincent Bolloré prosperieren. Vor gut einem Monat waren noch viele Wähler versucht, das Heil des Landes in Abschottung und Diskriminierung von Ausländern zu suchen. Das ist auch das Ergebnis einer öffentlichen Diskussion, die von prinzipiellem Misstrauen geprägt ist. Vom Erfolg der Spiele sind viele Journalisten so überrascht, dass jetzt eine selbstkritische Debatte über die übertriebene Schwarzmalerei in den Medien entbrannt ist.

Athleten wie der 22 Jahre alte Schwimmstar Léon Marchand zeigen, dass es sich lohnt, Ziele zu haben und optimistisch zu sein. Die Medaillengewinner sind so divers wie das Land und widerlegen die Ausgangsthese Marine Le Pens, dass Frankreich an Einwanderung krankt. So könnte Olympia den Franzosen zurückgeben, was ihnen zuletzt am meisten fehlte: die Zuversicht in die gemeinsame Zukunft.

Einen Überschuss Zuversicht braucht es auch, damit sich aus den unklaren Mehrheitsverhältnissen eine tragfähige Regierung bilden lässt. Die Spiele haben vorgeführt, dass Politiker unterschiedlicher Couleur zusammenarbeiten können. Die Bürgermeisterin von Paris ist Sozialistin, die Präsidentin der Hauptstadtregion Republikanerin. Sie haben gemeinsam mit Präsident Macron die Olympia-Organisation politisch gestemmt. Das könnte als Blaupause für eine große Koalition dienen, die von den Sozialisten bis zu den Republikanern reicht. Auch ohne ein politisches Wunder steht Paris 2024 für das glanzvolle Comeback einer vom Terror zutiefst verwundeten Stadt.

#フランスは再び自分自身を信じる

執筆者について: nipponese

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