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少し変わったハンブルク流

Laue Sommernächte in der Hansestadt sind eine Rarität; bei der Europameisterschaft saß eine italienische Reporterin mit Daunenjacke und Mütze im Volksparkstadion und schien sich über 14 Grad im Juli in Hamburg zu wundern: Mamma mia!Ja, der deutsche Norden…

少し変わったハンブルク流

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2024-08-11 12:49:53

Laue Sommernächte in der Hansestadt sind eine Rarität; bei der Europameisterschaft saß eine italienische Reporterin mit Daunenjacke und Mütze im Volksparkstadion und schien sich über 14 Grad im Juli in Hamburg zu wundern: Mamma mia!

Ja, der deutsche Norden kann selbst in den kalendarisch warmen Monaten Winterkleidung erfordern. Da hilft es, wenn der Sport das Herz erwärmt – und am Samstagabend lieferte das Traditionsduell der zweiten Fußball-Bundesliga zwischen dem Hamburger SV und Hertha BSC (1:1) sogar beides: Eine Aufführung, an der sich Fans und Freunde des Hamburger SV lange erfreuen konnten und eine laue Sommernacht, die Richtung Mitternacht nur einen dünnen Pullover erforderte. Welch eine schöne Saison-Heimpremiere wäre es wohl ohne Herthas späten Ausgleich geworden?

Ganz sicher hätte man dann hinterher von der Reife des HSV gesprochen. Davon, dass er unter Trainer Steffen Baumgart nun endlich begriffen habe, wie Zweitliga-Fußball geht: Früh das 1:0 machen (diesmal durch Ransford-Yeboah Königsdörffer in der elften Minute), und dann, wenn man schon wie Ludovit Reis das 2:0 verpasst, sich hinten einbuddeln, aufmerksam verteidigen und spät einen Konter zur Entscheidung setzen. In etwa so sollen die Hamburger spielen; den Hasardeur-Stil Tim Walters haben sie beim HSV ganz tief in den Keller unterm Stadion gesperrt und die Tür viermal abgeschlossen. Es soll pragmatisch und weniger aufregend in Richtung Aufstieg gehen; endlich, im siebten Versuch, nunmehr als Dino der zweiten Liga mit der längsten Verweildauer.

Nur hat das am Samstagabend (noch) nicht geklappt. Baumgart wirkte später gar nicht unzufrieden, sprach viel von Entwicklung, vom Weg, auf den sich die Mannschaft gemacht habe. Vier Punkte aus zwei Spielen sind nach dem Startsieg in Köln eine ordentliche Ausbeute. Eine bessere wäre trotz schwacher zweiter Halbzeit möglich gewesen, weil die Berliner zwar druckvoll, aber auch nicht besonders furchterregend auftraten – Jonjoe Kennys Ausgleich vier Minuten vor Schluss wirkte dennoch angemessen.

Eine unbequeme Wahrheit für den HSV

Es ist eine unbequeme Wahrheit für den HSV, als Nummer zwei der Stadt in den Wettkampf zu gehen, als Stammbesetzung des Unterhauses, dem man sich doch gar nicht zugehörig fühlt angesichts alter Erfolge, großen Zuspruchs, frischen Geldes.

Die Zwei, die den Status verändern sollen, könnten – zumindest im öffentlichen Auftritt – unterschiedlicher nicht sein: Stefan Kuntz verbreitet allüberall gute Laune; seine Freude am Leben wirkt ansteckend, und wer von ihm nicht geherzt werden will, muss schon weglaufen. Der 61 Jahre alte Saarländer ist ausdrücklich nicht als Schlaumeier und Besserwisser gekommen. Er wolle sich erst ein Bild davon machen, wie dieser Verein funktioniere. Dass er nun mit einem Trainer arbeitet, den der Aufsichtsrat nach Platz vier in der Vorsaison gern ersetzt hätte, ist für Kuntz kein Problem: Er orientiert sich am Machbaren, übernimmt das, was da ist.

Und kann aus dem Vollen schöpfen, für die Verhältnisse der zweiten Liga jedenfalls. Dank der weiterhin vorhandenen Kühne-Millionen konnte Kuntz Baumgart einen Wunsch namens Davie Selke erfüllen. Der soll als zweiter Stürmer neben Robert Glatzel auflaufen. Wenn beide austrainiert sind, könnte das dem HSV wie die neue Dreierkette in der Abwehr und die Doppel-Sechs ein anderes Gesicht verleihen.

Abgesehen von Personen und Taktiken wird es darauf ankommen, dass die Mannschaft endlich durchgehend das entwickelt, was man unter Mentalität subsumiert. „Steffen weckt den Hunger, das sehe ich in vielen Situationen und Abläufen“, sagte Kuntz dem „Kicker“, „Spieler, die sich von ihrer Einstellung her nicht hungrig präsentieren, kriegen ein Problem mit ihm.“

Baumgarts gewünschter Fußball mit Pressing- und Umschaltmomenten steht dem alten Ballbesitzfußball diametral entgegen; erhofft sind Auftritte à la Frankreich zu besten Zeiten. Also hinten grimmig-konzentriert und vorn effizient. Nur ohne Mbappé und Griezmann.

Baumgart scheut sich nicht, Schwächen und Fehler Einzelner anzusprechen. Er legt sich gern mit der Öffentlichkeit an und weiß, dass sein Wirken kritisch beäugt wird, schließlich übernahm er den HSV auf Platz drei. Für das freundliche Gesicht ist ja auch Kuntz zuständig. Wer weiß, vielleicht erwächst daraus eine tragfähige Arbeitsteilung beim Zweitliga-Dino. Auch, wenn das Wetter wieder schlechter wird.

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執筆者について: nipponese

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