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2024-08-18 17:33:06
Die Überlegungen und Gedanken jener Fußballfans, die sich der Ultra-Kultur zugehörig fühlen, bleiben oftmals rätselhaft, daher ist es ziemlich nutzlos, die Boykotthaltung dieser Gruppe gegenüber dem Supercup verstehen zu wollen.
Weder die Stuttgarter noch die Leverkusener Ultras haben gefehlt während des atmosphärisch wie fußballerisch mitreißenden Endspiels, mit dem eine lange Sommerpause zu Ende gegangen ist. Es war eine Partie, die für jeden Liebhaber intensiver Fußballemotionen als Gruß aus der Küche für die neue Saison taugte. Als Auftakt für ein denkwürdiges Saisonmenü, wer nicht hinsah, hat etwas verpasst.
Eine gewisse Vorsicht ist im Umgang mit so einem einzelnen Spiel geboten, aber die Zutaten, die Bayer Leverkusen und der VfB Stuttgart diesem Finale beigemischt haben, sind eine Verheißung. Leverkusen-Skeptiker konnten ja bis zum Samstag die Ansicht verbreiten, dass es jetzt vorbei ist mit dem seltsamen Bayer-Spuk des Vorjahres.
„Was für großartige Mannschaften!“
Man kennt das ja: Auf einen langen intensiven Rausch folgt der Kater, zumal Phasen des inneren Nachlassens gerade in diesem Klub viele Kapitel der Vergangenheit prägen. Xabi Alonsos Leverkusener der Gegenwart jedoch scheinen erfüllt zu sein von einem ungestillten Hunger, wieder haben sie ganz am Ende ein Spiel gedreht, und richtig gut kicken können sie sowieso.
Aber auch der Vorjahreszweite aus Stuttgart scheint weiter über die Kräfte des Erfolges zu verfügen, die das Team auf den zweiten Platz in der Abschlusstabelle und in die Champions League führte. Die Mannschaft von Trainer Sebastian Hoeneß spielt nicht nur den anspruchsvollen Kombinationsfußball des vergangenen Jahres, sie wird auch weiterhin getragen vom Selbstvertrauen der Vorsaison.
Anwesende Vertreter eines anderen Bundesligavereins stellten nach diesem Supercup-Endspiel mit einer Mischung aus Entsetzen und Begeisterung fest: „Was für großartige Mannschaften! Blöd ist nur, dass wir mit denen in der gleichen Liga spielen.“ Und die eigentlichen Superklubs der Fußballnation waren da nicht mal dabei: Bayern München, Borussia Dortmund, RB Leipzig.
Bei aller Begeisterung für Alonsos Werkself mangelte es in der vorigen Saison ja schon etwas an Spannung im Titelrennen. Zu überlegen war Bayer 04. Die Ausgangslage vor dem neuen Spieljahr nährt nun die Hoffnung, dass es demnächst enger zugehen könnte an der Tabellenspitze.
Die Bayern wirken mit ihrem neuen Trainer Vincent Kompany und der Sportlichen Leitung um Max Eberl weiterhin seltsam verwundbar. Der BVB hat im Gegensatz zu den vergangenen Jahren äußerst überzeugend auf dem Transfermarkt agiert und mit Nuri Sahin vielleicht einen gut passenden Trainer gefunden. Auch RB Leipzig gehört in dieses Quintett der Topklubs, in dem die Hierarchien so verschwommen sind wie lange nicht zum Beginn einer neuen Saison.
Der erste Supercup ohne Beteiligung des FC Bayern seit elf Jahren war nicht nur unterhaltsam und mitreißend, er erneuert eine dringende Botschaft der Bundesliga-Gegenwart: Es wäre eine Wohltat für alle, wenn die Alleinherrschaft des Rekordmeisters nicht nur unterbrochen, sondern für längere Zeit beendet wäre.
#ブンデスリーガは上位に刺激が必要スーパーカップが雛形となる