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「ビルド」の従業員は仕事に対して良心の呵責を感じているのでしょうか?

Die Kritik an der „Bild“-Zeitung ist so alt wie sie selbst. Sie bezieht sich nicht auf den hohen Anspruch des Blattes, eine weithin für dröge geltende Tagespolitik einem Millionenpublikum von andernfalls ­Indifferenten nahezubringen. Dagegen wäre in einer Demokratie…

「ビルド」の従業員は仕事に対して良心の呵責を感じているのでしょうか?

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2024-08-05 10:23:07

Die Kritik an der „Bild“-Zeitung ist so alt wie sie selbst. Sie bezieht sich nicht auf den hohen Anspruch des Blattes, eine weithin für dröge geltende Tagespolitik einem Millionenpublikum von andernfalls ­Indifferenten nahezubringen. Dagegen wäre in einer Demokratie nichts zu sagen.

Als problematisch gelten vielmehr die dafür eingesetzten Lockmittel. Die Zeitung appelliere an Schaulust und Schadenfreude, an Rachsucht und Ressentiments ihrer Leser, und das bringe sie in einen grundsätzlichen Gegensatz zu guter Berichterstattung. Worte würden durch Bilder, Nachrichten durch Appelle ersetzt. Vom Strafbedürfnis ihres Publikums auf die Suche nach immer neuen Sündenböcken geschickt, könne sie zur Analyse von Hintergründen nicht beitragen. Geschmacklosigkeiten, Zusammenstöße mit einer feministisch empfindlich gewordenen Moral sowie ein ausgesprochen unzimperlicher Umgang mit den Ansprüchen der Berichtspersonen auf Schonung ihrer Privatsphäre seien gleichfalls nicht unüblich. Und auch eine gewisse Nähe zum Rechtspopulismus, der sich an dieselbe Motivgruppe wendet, ergebe sich gleichsam von selbst.

Feldforschung in der BILD-Redaktion

Weiß man eigentlich, wie die Adressaten dieser Kritik auf sie reagieren? Tun die „Bild“-Mitarbeiter ihre Arbeit mit schlechtem Gewissen? Verschweigen sie im Privatleben, für wen sie arbeiten? Oder erklären sie sich die Kritik aus den Voreingenommenheiten des Kritikers?

Der in Hamburg lehrende Kommunikationswissenschaftler Volker Lilienthal ist solchen Fragen nun erstmals nachgegangen. Vor einigen Jahren konnte er, auf Einladung des damaligen Chefredakteurs Julian Reichelt, einige Redaktionssitzungen in der Berliner Zentrale von „Bild“ beobachten. Außerdem durfte er jedes ­Redaktionsmitglied seiner Wahl zu einem längeren Interview bitten. Um den Befragten die Furcht vor Sanktionen zu nehmen, wurde ihnen Anonymität zugesagt. Unter den 43 Männern und Frauen, die auf diese Weise zusammenkamen, fanden sich alle Hierarchieebenen vertreten.

Professionelle Gewissensbisse

Auf die üblichen Themen der Kritik angesprochen, suchen alle Ränge ihren Schutz hinter dem, was man die offizielle Ideologie des Boulevards nennen könnte. Es gehöre nun einmal zu Blättern dieser Art, dass sie ihr Publikum auch emotional einzufangen versuchen, und wer dagegen auf objektiver Berichterstattung beharre, dem schwebe am Ende ein Journalismus für wenige vor. Das hat Lilienthal zu der Frage inspiriert, um welche Emotionen es denn gehe. Den beiden Hauptantworten, Wut und Zorn, kann man einen gewissen Realismus nicht absprechen.

Geht es eher um die Besonderheiten als um den allgemeinen Typus von „Bild“ treten auch Unterschiede zwischen den Rängen hervor. Die Leute an der Spitze, die das Blatt auch persönlich repräsentieren, urteilen begreiflicherweise eher defensiv. Die Einwände der Kritiker träfen doch schon längst nicht mehr zu, ausgenommen einige wenige Grenzfälle, wo man in der Bloßstellung von Opfern und Hinterbliebenen tatsächlich zu weit gegangen sei, wenn auch keineswegs weiter als andere Zeitungen und Sender, die nur eben einen besseren Ruf hätten und darum auch milder beurteilt würden. Die unteren Ränge haben bessere Chancen, sich von der Redaktionslinie und der Nachrichtenpolitik ihres Hauses zu distanzieren. Hier fand Lilienthal mitunter auch professionelle Gewissensbisse, die ihm freilich nur als folgenlose Privatmeinung mitgeteilt wurden.

Ein ungetrübter Journalistenstolz auf das gemeinsam Erreichte kommt also nicht in Betracht, um den hohen sozialen Zusammenhalt der Redaktion zu erklären. Stattdessen führt Lilienthal ihn auf zwei neuartige Formen von Gegnerschaft zurück, gegen die man nun enger zusammenrücke. Zum einen ist auch der Boulevardjournalist heute vielfach ein Akademiker, der damit leben muss, dass seine gleichfalls akademischen Freunde die Zeitung ablehnen, für die er schreibt. Immerhin kann es hier ein breites Interesse an seiner Person geben, das dem Pressekritiker im Bekanntenkreis eine gewisse Zurückhaltung auferlegt.

Etwas anderes gilt für die Dauerempörten im Internet, die offenbar keine Kontakte zu Andersdenkenden suchen und dementsprechend ungehemmt über sie herfallen können. Bis vor Kurzem wurde die „Bild“ vor allem von marxistischen Ideologiekritikern, kopfschüttelnden Faktencheckern sowie dem Presserat kritisiert, die es allesamt nicht nötig hatten, die Reporter und Redakteure des Blattes auch moralisch zu verurteilen. Inzwischen müssen auch die „Bild“-Journalisten in Berlin auf persönlich treffende Beleidigungen und offene Gewaltdrohungen eingestellt sein.

#ビルドの従業員は仕事に対して良心の呵責を感じているのでしょうか

執筆者について: nipponese

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