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2024-05-15 18:48:49
Das Attentat auf den slowakischen Ministerpräsidenten Robert Fico hatte nach Einschätzung der Regierung ein „politisches Motiv“. Das sagte Innenminister Matus Sutaj Estok am Mittwochabend vor Journalisten in der Klinik in Banska Bystrica, wo Fico operiert wurde. Der Zustand des 59-Jährigen sei weiter lebensbedrohlich.
Der slowakische Ministerpräsident war am Mittwoch in der Provinzstadt Handlová niedergeschossen und lebensgefährlich verletzt worden. Wie die Regierung auf Ficos Facebook-Seite mitteilte, wurde er von mehreren Schüssen getroffen. Er sei mit einem Hubschrauber nach Banská Bystrica transportiert, da es für den notwendigen akuten Eingriff zu lange dauern würde, in die Hauptstadt Pressburg (Bratislava) zu gelangen. Die Nachrichtenagentur Reuters zitierte eine Sprecherin des Krankenhauses mit der Angabe, Fico sei bei Bewusstsein und seine Vitalfunktionen seien stabilisiert. Der mutmaßliche Täter wurde an Ort und Stelle festgenommen.
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Augenzeugen berichteten dem Fernsehsender TA3, vor dem Kulturhaus in Handlová seien mindestens vier Schüsse zu hören gewesen, als Fico nach der Kabinettssitzung ins Freie ging, um sich unter die Bevölkerung zu mischen und Hände zu schütteln. Ein Schuss habe ihn in die Brust getroffen. Der Ministerpräsident sei daraufhin zu Boden gestürzt. Ein von mehreren Online-Medien veröffentlichtes Video zeigte, wie Begleiter den Verletzten eilig in ein Auto bringen, um ihn vorläufig in Sicherheit zu bringen.
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Auf der anderen Seite einer Absperrung soll auf dem Video die Festnahme des mutmaßlichen Angreifers zu sehen sein. Nach Medienberichten soll es sich bei dem Angreifer um einen 71 Jahre alten Mann handeln. Die Angaben waren zunächst offiziell nicht bestätigt. Die Stadt Handlova mit knapp 20.000 Einwohnern liegt etwa 150 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Bratislava.
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Fico gilt als polarisierender Politiker
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Die slowakische Präsidentin Zuzana Čaputová verurteilte den „brutalen und rücksichtslosen Angriff“. Bundeskanzler Olaf Scholz verurteilte die Schüsse auf Fico scharf. „Die Nachricht vom feigen Attentat auf den slowakischen Ministerpräsidenten Fico erschüttert mich sehr“, schrieb er am Mittwoch auf der Online-Plattform X. „Gewalt darf keinen Platz haben in der europäischen Politik. In diesen Stunden sind meine Gedanken bei Robert Fico, den Angehörigen und den Bürgerinnen und Bürgern der Slowakei.“ EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen verurteilte die Tat auf der Plattform X als „abscheulichen Angriff“. Auch NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg zeigte sich „schockiert und entsetzt“. Ungarns Regierungschef Viktor Orban schrieb auf seiner Facebook-Seite: „Tief erschüttert erfuhr ich vom schrecklichen Angriff auf meinen Freund Robert Fico“.
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In der Tschechischen Republik, die aufgrund der gemeinsamen Geschichte beider Länder der Slowakei besonders verbunden ist, verurteilten Politiker von Regierung wie Opposition das Attentat auf Fico. Ministerpräsident Petr Fiala zeigte sich schockiert. Gewalt dürfe nicht toleriert werden und dürfe keinen Platz in der Gesellschaft haben, schrieb Fiala. Präsident Petr Pavel bezeichnete die Tat als verwerflich, unabhängig von ihrer Motivation. Der Vorfall sollte eine Warnung sein, wohin die zunehmende Aggression in der Gesellschaft führen kann, mahnte das Staatsoberhaupt. Außenminister Jan Lipavský bekundete, er wünsche Fico viel Kraft und eine schnelle Genesung. Der Oppositionsführer Andrej Babiš, ein gebürtiger Slowake, schrieb, er „bete für Robert Fico“.
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Der langjährige Ministerpräsident Fico, der im vergangenen Herbst nach einem Wahlsieg zum dritten Mal an die Regierungsspitze gelangt war, ist als Politiker eine stark polarisierende Persönlichkeit. Schon bald nach seinem Regierungsantritt kam es in der Slowakei zu Demonstrationen, die sich gegen seine Eingriffe in die Justiz und die öffentlich-rechtlichen Medien richteten. Im Parlament stützt er sich auf eine Mehrheit aus seiner linksnationalen Partei Smer, der sozialdemokratischen Hlas und der rechtsnationalen SNS.
#発砲によりロバートフィコ首相の命が危険にさらされる