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2024-08-20 07:59:03
Im Zusammenhang mit dem Libor-Skandal hat ein weiterer ehemaliger Händler der Deutschen Bank seine Millionen-Klage gegen das Geldhaus beigelegt. Dies teilte der Anwalt des Klägers Gavin Black, des früheren Chefs des Geldmarkt- und Derivatehandels in London, am Montag mit. Die entsprechenden Unterlagen seien am vergangenen Donnerstag eingereicht worden. Die Deutsche Bank wollte sich zu diesem Thema nicht äußern.
Black war 2018 wegen Manipulation des „London Interbank Offered Rate“ (Libor), der als Referenz für Kreditkarten- und Hypothekenzinsen dient, zu einer Geldstrafe und Hausarrest verurteilt worden. Diese Entscheidung wurde allerdings im Berufungsverfahren wegen Mangels an Beweisen aufgehoben. In seiner nun beigelegten Zivilklage hatte Black der Deutschen Bank vorgeworfen, sein früherer Arbeitgeber habe vor Gericht falsche Angaben zu seiner Rolle im Libor-Skandal gemacht, um die eigene straf- und zivilrechtliche Haftung zu verringern oder zu beseitigen.
Vor einigen Wochen hatte sich Ex-Händler Matthew Connolly in einem ähnlichen Streit mit der Deutschen Bank ebenfalls außergerichtlich geeinigt. Connolly hatte mehr als 150 Millionen Dollar gefordert, „um ihn für seine wirtschaftlichen Verluste und die Belastungen zu entschädigen, die er und seine Familie erlitten haben, einschließlich der Rufschädigung, und um die Deutsche Bank dafür zu bestrafen, dass sie sein Leben zerstört hat”.
Zweifelhafte Schuldsprüche
Das Geldhaus hatte 2015 im Zusammenhang mit dem Libor-Skandal eine Strafe von 2,5 Milliarden Dollar bezahlt und sich verpflichtet sieben Händlern zu entlassen, darunter Black und Connolly, um die Ermittlungen zu ihrer Rolle in dem Libor-Skandal zu beenden. Die beiden Männer beharrten jedoch darauf, dass sie für eine Praxis verantwortlich gemacht wurden, die in der Branche üblich war und von den Führungskräften der Bank gutgeheißen wurde.
Schon die erstinstanzliche Richterin hatte nach den Schuldsprüchen davon abgesehen, Connolly und Black zu Haftstrafen zu verurteilen. Sie könne sie nicht zu „Sündenböcken für die gesamte Branche” machen, da sie „nur sehr unbedeutend beteiligt“ gewesen seien, erklärte die Richterin seinerzeit.
Der Libor-Referenzzinssatz (London Interbank Offered Rate) war seinerzeit für zahlreiche alltägliche Finanzprodukte von Hypotheken bis hin zu Autokrediten maßgeblich. Wegen der Manipulationen wurde er druch andere Zinssätze ersetzt. Connolly ist nicht der erste, der sich als Sündenbock sieht. Insgesamt wurden Banken global zu neun Milliarden Dollar verurteilt. Der Libor lief 2022 aus.
#LIBOR問題でドイツ銀行を相手取った訴訟が和解