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ニコラ・ラジオイア、侮辱罪で訴えられる

Die Anwälte des italienischen Bildungsministers haben viel zu tun. Giuseppe Valditara reagiert seit einigen Wochen sehr sensibel auf abweichende Meinungen, rhetorische Zuspitzungen und Spott, vor allem wenn er aus dem Kulturbetrieb und Schulwesen kommt. Diesmal soll der Schriftsteller…

ニコラ・ラジオイア、侮辱罪で訴えられる

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2024-12-18 18:27:00

Die Anwälte des italienischen Bildungsministers haben viel zu tun. Giuseppe Valditara reagiert seit einigen Wochen sehr sensibel auf abweichende Meinungen, rhetorische Zuspitzungen und Spott, vor allem wenn er aus dem Kulturbetrieb und Schulwesen kommt. Diesmal soll der Schriftsteller und ehemalige Direktor der Buchmesse Turin, Nicola Lagioia, wegen Beleidigung vor Gericht.

Seine Schuld bestehe darin, schreibt Lagioia in einem bitter klingenden Post auf Facebook, mit dem er das Verfahren gegen sich jetzt publik machte, dass er vor Monaten in der Talksendung „Chesarà …“ auf Rai 3 den sprachlichen Stil eines Tweets kritisiert habe. Der Minister hatte darin für eine zahlenmäßige Begrenzung von Ausländern im Italienischunterricht plädiert. Der Tweet, so Lagioia auf Facebook, „war meiner Ansicht nach sehr schlecht geschrieben“.

Minister will weniger Ausländer im Klassenraum

Die Nachricht von der Klage gegen Lagioia, der 2015 mit dem Premio Strega, Italiens wichtigstem Literaturpreis, geehrt wurde, hat für Aufruhr in Italiens Kulturbetrieb gesorgt und eine Flut von Solidaritätsbekundungen nach sich gezogen. Lagioia gilt als debattierfreudiger Intellektueller, dem es aber immer um die Sache geht und der sich nicht von ideologischen Grabenkämpfen vereinnahmen lässt.

Der besagte Tweet des Bildungsministers wurde im März gepostet. Valditara, der Matteo Salvinis Lega Partei angehört, lancierte damit seine Idee, die Anzahl ausländischer Schüler in Schulklassen durch eine Quote zu regulieren, um das Bildungs- und Sprachniveau in den Klassen stabil zu halten. Eine solche Quotenregelung gibt es in Italien schon seit 2010, doch das war nicht der Grund, warum der Tweet zum Boomerang wurde.

Spott für fehlerhaften Tweet

Valditara hatte den Text äußerst schlampig verfasst; er wies mehrere grammatische Fehler und stilistische Schwachstellen auf, hatte keine klare syntaktische Struktur, zu viele Nebensätze und war insgesamt schwer zu verstehen. In den sozialen Medien und aus den Reihen der Opposition hagelte es sofort und so heftig Spott, dass sich der Bildungsminister schon Stunden später rechtfertigte: Er habe den Tweet in sein Mobiltelefon diktiert und nur an den Inhalt gedacht, nicht an die Form.

Von den „vielen Leuten“, die „den Tweet in jenen Tagen wegen seiner Vagheit angegriffen haben, mit viel schärferen Tönen als ich“, so Lagioia jetzt in seinem Facebook-Post, „hat der Minister beschlossen, mich zu verklagen“. Zwei Tage nach dem Tweet saß der Schriftsteller in der Talkshow „Chesarà …“, in der es an diesem Abend unter anderem um den Bildungsminister ging. Lagioia sagte, viele Kinder von Migranten beherrschten die italienische Sprache womöglich besser als der Minister „mit seinem vollkommen ungrammatischen Tweet“. Wenn man einen Italienischtest machen würde, spottete er, „würden viele dieser Schüler ihn bestehen und der Minister durchfallen.“

Versuchte Einschüchterung?

Der Minister fordert nun 20.000 Euro Schadenersatz und ließ über seinen Anwalt mitteilen, die geforderte Entschädigung sei zivilrechtlicher und nicht strafrechtlicher Natur, so dass die Meinungsfreiheit gewahrt bleibe. Für Lagioia ist jedoch klar, dass es sich um eine versuchte Einschüchterung handelt. „Als Schriftsteller habe ich (so wie viele andere Schriftsteller, Regisseure und Musiker auch) weitaus bösartigere Kritik als diese erhalten, und ich habe nie daran gedacht, jemanden zu verklagen, weil ich dies als Teil des Spiels betrachte. Die Tatsache, dass ein Minister nicht so denkt, empfinde ich als ernst. Ich frage mich, in welche neue Phase wir eingetreten sind“, schrieb er auf Facebook.

In dem Land, in dem der Literaturnobelpreis zuletzt mit Dario Fo an einen Schriftsteller gegangen sei, der, wie es damals aus Stockholm hieß, „in der Tradition der mittelalterlichen Narren die Macht auspeitscht und die Würde der Gedemütigten rehabilitiert“, habe er diese Form des Spotts für legitim gehalten: „Aber vielleicht sind wir nicht mehr dieses Land. Und jetzt muss ich mir einen Anwalt suchen.“

Post von Valditaras Anwalt haben neben Nicola Lagioia am selben Tag auch der Journalist Giulio Cavalli und Gaetano Pedullà, der Chefredakteur der römischen Zeitung „La Notizia“, bekommen. Cavalli hatte in einem Artikel der Zeitung bestimmte Regierungspraktiken mit Rassismus in Verbindung brachte. Der Bildungsminister sah sich dadurch beleidigt.

Erst im November hatte er dafür gesorgt, dass der Schriftsteller und Gymnasiallehrer Christian Raimo für drei Monate vom Schuldienst suspendiert wird. Wegen eines Satzes, den er während einer Party seiner Partei geäußert hatte. Es scheint, als betrachte der Bildungsminister Intellektuelle als politische Feinde. Die Verhandlung gegen Nicola Lagioia wurde auf den 18. April festgesetzt.

#ニコララジオイア侮辱罪で訴えられる

執筆者について: nipponese

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