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2024-11-21 15:36:00
Der Senat der Universität Göttingen hat den amtierenden Präsidenten Metin Tolan endgültig abgewählt. Nach einer außerordentlichen Senatssitzung am 2. Oktober, in dem er die Abwahl mehrheitlich beschlossen hatte, fand am Mittwochnachmittag eine gemeinsame Sitzung mit dem Stiftungsausschuss der Universität als oberstem Aufsichtsgremium statt.
Sämtliche Einigungsversuche scheiterten, weil der Stiftungsausschuss die Abwahl wegen einer nicht nachvollziehbaren Begründung zurückgewiesen hatte und bei dieser Auffassung blieb. Daraufhin bestätigte der Senat in einer unmittelbar folgenden Sondersitzung seine Abwahlentscheidung. Tolan bleibt bis zur Aushändigung der Entlassungsurkunde im Amt.
Ein „erheblicher und unnötiger Schaden“
Der Vorsitzende des Stiftungsausschusses, der frühere DFG-Präsident Peter Strohschneider, sagte, der Senatsbeschluss sei der „vorerst letzte Schritt in einem seit über zwei Jahren andauernden Konflikt“. Die gemeinsame Sitzung von Senat und Stiftungsausschuss habe deutlich gemacht, „dass dieser Schritt durch Sachgründe nicht hinreichend gerechtfertigt ist. Ich halte ihn daher für unverantwortbar.“
Die Abwahl Tolans füge der Universität Göttingen im Innern wie in der Außenwahrnehmung „erheblichen und unnötigen Schaden zu und lenkt von der dringend anstehenden Bearbeitung wichtiger Fragen der strukturellen Weiterentwicklung der Universität ab“. Der Abwahlprozess sei im Übrigen mit Formen der persönlichen Herabwürdigung von Metin Tolan auch in der Öffentlichkeit verbunden, „die nicht akzeptabel sind“, so Strohschneider.
Tolan bedauerte in einer Erklärung, „dass Senatoren ohne konkrete Sachgründe nur basierend auf Gerüchten und falschen Fakten eine so weitreichende Entscheidung getroffen haben“. Er wünsche der Universität, „dass bei der anstehenden Neuwahl für den Senat wissenschaftlich ausgewiesene Personen gewählt werden, die im Interesse der Georgia Augusta ihre Aufgabe in diesem Gremium verantwortungsvoller wahrnehmen, als es die Mehrzahl der jetzigen Senatoren getan hat“, so die verbitterte Feststellung Tolans.
Senat will „zeitnah“ Interimspräsidenten vorschlagen
Der Senat wirft Tolan nach dem Scheitern in der Exzellenzinitiative mangelndes Problembewusstsein und fehlende Kritikfähigkeit vor. Die Senatoren sehen schlechte Leistungsindikatoren (weniger Drittmitteleinnahmen, Aussetzung der Systemakkreditierung et cetera), eine tiefe Vertrauens- und Führungskrise sowie eine unzureichende Zukunftsstrategie.
Das Land Niedersachsen könnte einen Staatskommissar beauftragen, die Amtsgeschäfte der Universität zu übernehmen, bis eine Findungskommission einen neuen Kandidaten vorschlagen kann. Allerdings nur dann, wenn eines der Organe der Universität nicht mehr handlungsfähig ist. Der Senat will zunächst in enger Abstimmung mit den Vizepräsidenten und Dekanen sowie dem Stiftungsausschuss und dem Wissenschaftsministerium „zeitnah“ einen Interimspräsidenten vorschlagen.
#トーラン氏は否決ゲッティンゲン大学にはリーダー不在